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  • freudholdriesenhar

Wie begeht man Ehebruch im Ehebett – 1?

Blog 38


Wie aber? Sexuelle Selbstbefriedigung im Bett, wo seine Frau neben ihm schläft, ist das erhört? Masturbation im Ehebett? Onanie in der Ehe, gibt es das?

Das kriegt er vielleicht noch hin, doch kann er ja nicht einfach in die frisch überzogenen Laken laichen. Wäre er eine Frau, deren Verzückung keine besonderen Spuren hinterlässt, wäre es kein Problem, – er aber könnte schlechthin nicht umhin, das Bett zu nässen wie ein Säugling; da sind Männer wie kleine Kinder. Mathilde, die jederzeit erwachen und sich zu ihm umdrehen kann, würde dann gar in die klebrige Pfütze tappen.

Er kann sich aber auch nicht auf die Bettdecke oder in seinen Pyjama ergießen, da Mathilde auch dadurch leicht in feuchtpeinliche Berührung geraten könnte.

Er kann den milchig heißen Strahl aber auch nicht seitlich aus dem Bett heraus lenken und den Teppich besprengen, wo Mathilde des Morgens den taufeuchten Fleck bemerken, wenn nicht gar darauf ausrutschen würde. Auch steht keinerlei Schlaftrunk auf dem nahen Nachtkästchen, so dass er so tun könnte, als hätte er was aus dem Glas verschüttet.

Er will aber auch nicht vom Bett aufstehen, um im Nebenzimmer oder auf der Toilette zu onanieren, da durch die entstandene Unruhe Mathilde wach werden und eigens seine Rückkunft abpassen würde. Er kann dann nicht lange genug ausbleiben, um nicht allzu kuriose Nachfragen zu provozieren: Wo warst du denn? Was hast du so lange gemacht? Er würde sich beeilen müssen und sich dadurch ums halbe Vergnügen bringen.

Zudem ist die Ruhe und Annehmlichkeit, die er im Bett hat, durch nichts zu ersetzen, so dekadent und verwöhnt er bereits ist.

Hinzu kommt, dass die Heimlichkeit und Gefahr, von Mathilde in flagranti ertappt zu werden, der Sache einen zusätzlichen Kitzel verleiht, auf den er nur ungern verzichtet. Ja, er sieht sogar eine besondere Herausforderung und abenteuerliches Vabanque darin, in ihrem hautnahen Beisein zu masturbieren, ohne dass sie etwas davon merkt!

Inzwischen ist durch die schlüpfrig-umständlichen Überlegungen soviel Zeit vergangen und der Drang so unabweislich geworden, dass er, zumal auch angesichts der schwierigen Verwirklichung, fast in eine Art neurotische Panik gerät – wie ein süchtiger Trinker, der, mitten in der Nacht erwachend, erschrocken gewahrt, dass keine feuchte Flasche mehr im Haus ist.

Verschämtes Stocken seiner Begierde. Verschämtes Stocken? Da kommt ihm der Gedanke mit den Socken...

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