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Gibt es einen Orgasm gap zwischen Männern und Frauen?

Blog 66


Weiter im Netz unter ,Deutschlandfunk Kultur' mit ,Das Ende der Mystifizierung' von Anke Schaefer: „2017 haben amerikanische Forscher über 50.000 Frauen und Männer zwischen 18 und 65 Jahren befragt und erfahren, dass im heterosexuellen, partnerschaftlichen Sex ein Drittel der Frauen überhaupt nicht kommt. Anders die Männer, sie gaben zu 95 Prozent an, hier einen Orgasmus zu haben. Die Wissenschaft spricht in Anlehnung an den ,gender pay gap' von einem orgasm gap.

Die Südafrikanerin Diana Richardson arbeitet mit Paaren und Frauen an ihrer Sexualität. Sie hat Bücher wie zum Beispiel ,Zeit für Liebe' oder ,Zeit für Weiblichkeit' geschrieben.

,Im Grunde stehen Männer und Frauen unter Druck, einen Orgasmus bekommen zu müssen. Das hat mit unseren sexuellen Prägungen und Mustern zu tun. Wir glauben, Sex bedeutet, diesen kurzen energetischen Höhepunkt zu erleben. Das ist ein großes Missverständnis.

Denn wir können auch lernen, uns zu entspannen und der Energie zu erlauben, sich im ganzen Körper auszubreiten. Männer und Frauen, denken, ohne Orgasmus wäre das kein richtiger Sex. Dabei ist der Orgasmus ja nur eine Möglichkeit, unsere sexuelle Energie zu nutzen.'

Wenige entspannen sich. Viele verspannen sich. Um diesen ,kurzen energetischen Höhepunkt' zu erleben. Und wenn es gemeinsam nicht klappt, dann probieren es viele lieber allein. Heike Melzer, Neurologin und Autorin des Buches ,Scharfstellung', arbeitet seit 15 Jahren als Paar- und Sexualtherapeutin.

,Ich erinnere mich in den letzten Jahren nur an eine Klientin mit 59, die gesagt hat: Frau Melzer, jetzt werde ich bald 60, ich will das jetzt auch mal erleben. Also die meisten Frauen wissen sehr genau, was ein Orgasmus ist. Die haben entweder die Handbrause – in meiner Jugend – oder die Hightech-Sex-Toys, Magic Wand, Womanizer und Co., da wissen die sehr genau Bescheid. Und wenn es die Oral B Zahnbürste ist.“

„Mit ,Scharfstellung'“, so dazu WDR3-Mosaik vom 07.09.2018, „hat Heike Melzer ein provokantes Buch vorgelegt, das für so manche Diskussionen sorgen dürfte“: „Sex geht heute auch ohne Partner! Das ist zumindest eine der Entwicklungen, die Heike Melzer täglich in ihrer Praxis beobachtet. Denn dank zahlreicher Portale und Apps kann jede Vorliebe rund um die Uhr befriedigt werden. Intimität und Sexualität entkoppeln sich nach und nach von der Partnerschaft. Dies und die rasant wachsende Pornoindustrie bleiben nicht ohne Folgen für Beziehung, Privat- sowie Arbeitsleben.

Das Internet ist dabei unser aller Leben, die Liebe und unsere Sexualität nachhaltig zu verändern: Dank der ständigen digitalen Verfügbarkeit von Reizen löst sich Sexualität zunehmend aus ihrer Einbettung in der Partnerschaft. Neue sexuelle Funktionsstörungen breiten sich rasant aus. Die Grenzen von Beziehungen werden durchlässig. Kinder konsumieren Pornografie häufig Jahre vor dem ersten Kuss. In therapeutischen Praxen häufen sich die Klagen Betroffener, deren Phantasien und Verhaltensweisen sich dermaßen verselbstständigen, dass sie dabei sind, alles, was ihnen bisher lieb und teuer war, zu gefährden. Wie verändert sich unser Sexleben und damit auch die Gesellschaft durch Netzpornos, Dating-Apps, Sex-Toys und käuflichen Sex? Heike Melzer beleuchtet messerscharf diese brisanten Entwicklungen ungeahnten Ausmaßes, die uns früher oder später alle betreffen werden, sei es im Freundeskreis, der eigenen Familie oder Partnerschaft.“

„Das Internet hat Sex von der Leine gelassen. Hocherregt. Unübersichtlich. Rastlos. Eine der wenigen, die bei diesem atemlosen Galopp nicht vom Pferd fällt, ist Heike Melzer. Cool und ohne sich in simplen Bewertungen zu verzetteln, bietet sie einen fundiert recherchierten Überblick über den digital beschleunigten Sex im 21. Jahrhundert“ (Prof. Ulrich Clement).

„Das Buch wirft einen fundierten Blick auf die lustvolle, triebhafte und abgründige Seite unserer Sexualität im Schatten virtueller Möglichkeiten. Sachlich, humorvoll und spannend wie ein Krimi werden psychologische, gesellschaftliche und medizinische Veränderungen messerscharf analysiert“ (Prof. Dirk Revenstorf).

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