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  • freudholdriesenhar

Führt nur klitorale Masturbation zum weiblichen Orgasmus?

Blog 133


Zum ersten Mal überhaupt bekommt Harry die weibliche Vulva lebensecht aus der Nähe zu sehen.

Besonders die Klitoris ragt auffallend hervor. Die Klitoris (von griechisch κλειτορίς, ,kleiner Hügel') befindet sich ziemlich weit oberhalb der Vulva, wo der Mons Veneris sich einzukerben und aufzuspalten beginnt. Das kleine aus Schwellkörpergewebe bestehende Organ ist vom Körperinnern nach außen hin dem Arcus pubis – unterem Schambeinwinkel – angefügt und hat eine eminente Bedeutung beim Sex und Orgasmus. Es hängt so eng mit der erotischen Phantasie der Frau und ihrer Lust zusammen, dass die weibliche Hypersexualität: die Nymphomanie, auch ,Klitoromanie' genannt wird. Die Klitoromaninnen können sozusagen gar nicht mehr die Finger davon lassen. Bei der sexuellen Erregung beginnt die Klit, gleichwie der männliche Penis, anzuschwellen. Das ist nicht nur bei den Menschenfrauen so, sondern bei allen weiblichen Säugetieren.

Die Klit ist ein komplexes erektiles Organ. Im Querschnitt zeigt sich ein paariger Aufbau, der über Bindegewebskonstruktionen am Schamberg und mit den kleinen Labien gekoppelt ist. Der Name ,kleiner Hügel' ist also nicht statisch gemeint, sondern insofern durchaus dynamisch, als er sich bei entsprechender Erregung zu einem wulstigen Damm aufblähen kann.

Die Analogie zum männlichen Penis führt noch weiter, denn auch die Klit hat eine Art Eichel, die auf Latein so genannte ,Glans clitoridis', die gewöhnlich unter der Klitorisvorhaut, Praeputium clitoridis, verborgen liegt. Die Eichelgeht über in den Klitorisschaft, der dann in die beiden Schwellkörper verzweigt. Bei manchen Frauen erscheint der Klitoriskopf, die zärtlich so genannte Perle, im Zustand sexueller Erregung fast geradeso strotzend geschwollen wie die männliche Glans penis, mit dem – hier nicht weiter interessierenden – Unterschied, dass sie nicht wie diese eine Öffnung für die Harnröhre hat, zumal ja, was nicht jeder weiß, die weibliche Harnröhrenmündung, Ostium urethrae externum, an einer eigenen Stelle mittlings zwischen Klit und Scheidenöffnung angesiedelt ist.

Offenbar ist der in Erregung befindliche Kitzler genauso reizempfindlich wie vergleichsweise der männliche Penis an seiner opalisierenden Unterseite gleich unterhalb des Vorhautbändchens.

Die längste Zeit in der Menschheitsgeschichte war von dem ganzen Organ überhaupt nur die sichtbare Klitoriseichel bekannt, doch stellt die Klitoris laut Wiki ein ganzes System von Nerven und Schwellkörpern dar: die Eichel, die sichtbar oder hinter einer Falte der kleinen Schamlippen liegt; zwei zwiebelförmige Schwellkörper, die teilweise der Vorderwand der Vagina anliegen; und schließlich zwei sechs bis neun Zentimeter lange Schenkel, die tief ins Körperinnere reichen. Die kleinen Schamlippen formen dort, wo sie auslaufen, die paarigen Frenula clitoridis und bilden an der klitoralen Unterseite eine medial verlaufende Weichteilfalte, die von der Vereinigungsstelle beider kleiner Labien zur Glans clitoridis verläuft.

Biomechanisch wird angenommen, dass bei der koitalen Penetration der Vagina durch den Penis oder ein anderes Sexspielzeug sich der Zug an den kleinen, inneren Labien auf die von ihnen zur Klit ziehenden Frenula clitoridis überträgt. Angeblich nähert sich hierdurch die Klitoriseichel dem penetrierenden Penis nähern und verstärkt durch die Friktionsbewegung die gemeinsame sexuelle Erregung bei der Kopulation. Wer's glaubt, wird selig, das Wort in Gottes Ohr; halten wir aber fest, dass, inwieweit die Annahme wirklich zutrifft, von Fall zu Fall nur die Frauen selber wissen.

Zusammenfassend: Die Klitoris besteht aus zwei am Sitzbeinausschnitt befestigten Schwellkörperschenkeln, den Crura clitoridis, die sich unter dem Arcus pubis zum Klitorisschaft, Corpus clitoridis, vereinen. Das freie Ende ist zur Glans clitoridis erweitert, diese ist von der Klitorisvorhaut, Praeputium clitoridis, bedeckt. Durch ein Band, das Ligamentum suspensorium clitoridis, ist die Klit am Unterrand der Schambeinfuge ligiert. Der Schwellkörper im Schaftbereich, Corpus cavernosum clitoridis, ist ein paarig angelegtes Organ von schwammartiger, kavernöser Natur, das sich in Richtung der Schambeinfuge zum Corpus clitoridis bis hin zur Glans clitoridis vereinigt. Die zwei parallelen Schwellkörper des Schafts sind durch eine faserige kollagene Hülle, die Tunica albuginea, umgeben, die in Richtung Eichel mit der Klitorisvorhaut verschmilzt. Ist die Klit richtig erigiert, sieht sie fast so aus wie die männliche Eichel, gleichwie als wäre sie durch eine Ausstülpung der Vagina oder – ketzerisch gesagt – evolutionär durch eine Rückbildung des männlichen Penis entstanden.

Es könnte dann auch, mehr feministisch gesehen, der Penis durch eine Verlängerung und Durchlöcherung der Klitoris entstanden sein. Wahrscheinlicher aber entwickelten sich beide Organe in Koevolution parallel und komplementär koordiniert zueinander. Maßen der sexuelle Auswuchs auf der männlichen Seite sich ausstülpte, desto größer musste weiblicherseits die sexuelle Einstülpung werden, und umgekehrt. Wie immer dem auch immer sei, ist und bleibt es nicht ein stupendes Phänomen, wie all das, da von göttlicher Schöpfung ja keine Rede sein kann, spontan durch biologische Evolution – natürliche Selbstorganisation und Selektion – zu entstehen vermochte?

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